Energieformen der Zukunft
- Details
- Veröffentlicht am Montag, 28. Juni 2010 22:49
- Geschrieben von Betram Jäger
Zurzeit herrscht eine Diskussion wie wir in ein neues Zeitalter der Energieversorgung treten wollen. Dabei werden Weichen gestellt, welche noch in Jahrzenten entscheidend sein werden. Die Zukunft wird aber immer weniger vorhersehbar, daher müssen die Energieformen der Zukunft flexibel gestaltet werden ohne Jahrzehntelange Laufzeiten bis sich die Investition amortisiert hat.
Warum neue Kohlekraftwerke nicht vertretbar sind.
Neue Kohlekraftwerke amortisieren sich erst nach Jahrzenten. Es wäre also ein nicht nachhaltiger Schritt der Bundesregierung sich für diese Energieform zu entscheiden. Außerdem ist es nicht mit dem Ziel einer drastischen Verringerung der CO2-Emmision bis 2050 vereinbar. Kohlekraftwerke würden in Zukunft, trotz neuester Filteranlagen, alle CO2-Emmisionszertifikate in Anspruch nehmen, sodass der Rest der Wirtschaft CO2-neutral Produzieren müsste, was unrealistisch ist.
Die Investition und der Neubau von Kohlekraftwerken würde die Entwicklung der erneuerbaren Energien bremsen. Nur diese Energien sichern uns künftige Arbeitsplätze, Unabhängigkeit und die Möglichkeit unser Klimaziel zu erreichen. Kohlekraftwerke gehören einfach nicht mehr in die Zukunft der Energieerzeugung, da sie keinerlei Vorteil bieten. Die erneuerbaren Energien sind derzeit noch nicht stark genug vertreten, als das sie uns zu 100% versorgen können. Ebenso ist das Stromnetz nicht fähig die variable Belastung auszuhalten. Da müssen seitens der Energiehersteller immense Investitionen getan werden. Aber nicht alleine das Stromnetz muss erneuert werden. Es sind Lösungen zur dezentralen Stromspeicherung zu finden. Diese Speicherung würde es unterstützen die variable Einspeisung des Wind- und Solarstroms konstanter zu gestalten und das Netz weniger zu belasten.
Elektroautos – nicht nur zum fahren da.
In China wird gerade ein Testlauf gestartet bei dem Elektroautos an „Tankstellen“ einfach den Akku wechseln können. Alles läuft vollautomatisch innerhalb einer Minute ab, ist also kundenfreundlicher als eine normale Tankstelle. Der Vorteil daran, die Batterien an den Tankstellen können als ein solcher dezentraler Stromspeicher nützlich sein, der Kunde kann ein relativ günstiges Auto kaufen, da der Akku nur geliehen wird. Somit könnte das Elektroauto nicht nur wirtschaftlicher werden und in echte Konkurrenz mit Benzinern treten, es würde auch zur Entlastung des Stromnetzes beitragen. Eine Lösungsstrategie, für die sich die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen (BVB) einsetzen. Die Entwicklung des Elektroautos ist nicht mehr aufzuhalten, aber sie bietet eben auch viele Vorteile.
Welche Energieformen haben eine Zukunft – Atomkraft als Brückentechnologie.
Kohlekraftwerke kommen nicht in Frage. Erneuerbare Energien stehen außer Frage und sind die Schlüssellösung. Aber wir können nicht von heute auf morgen umsatteln. Daher müssen Übergangsenergieformen her. Da sind z. B. die Atomkraft oder Erdgas. Erdgas ist wie Erdöl keine Lösung. Sie machen uns abhängig von instabilen politischen Systemen und unsicheren Versorgungen. Sie erzeugen kaum Arbeitsplätze. Außerdem wird diese Ressource erheblich in der Chemieindustrie benötigt. Es werden all unsere täglichen Gegenstände aus Erdöl gewonnen und nicht alle sind recyclebar. Wir können diese begrenzte Ressource nicht für Energiegewinnung nutzen, wo wir Alternativen haben. Verbleibt als derzeitig schon vorhandene Energieform die Atomkraft. Zu Beginn muss aber schon über das Ende diskutiert werden. Die Atomkraft mag keinerlei CO2 bei der Stromerzeugung produzieren. Dann könnte man aber auch behaupten, dass wir täglich nur das Wasser verbrauchen, was wir zum waschen, trinken und kochen verwenden. Zu Beginn müssen Brennstäbe angereichert werden und zum Ende muss aufbereitet und entsorgt werden. All diese Schritte beinhalten Verkehr und Energieintensive Schritte, welche CO2 erzeugen. Aber besonders der letze Schritt ist der unbehaglichste an der Atomkraft. Das Endlager. Ein Begriff, der schon seit dem Beginn der Atomkraft in der politischen Welt totgeschwiegen wird. Es ist bis heute noch kein wissenschaftlich fundiertes Endlager gefunden. Das von der Politik vorgeschlagene und diskutierte Endlager Gorleben ist ein Entscheidung gewesen, die jedweder Legitimation entbehrt. Es gibt keine Wissenschaftlichen Gründe für das Endlager, da die Bergstollen nicht sicher sind. Ebenso wurde sie Politik nur Müde nach einem Endlager zu suchen und hat es sich mit der Entscheidung leicht gemacht, sodass auch nie wieder drüber geredet wurde. Heute aber ist die Frage umso dringender. Die Atomkraft ist eine Technologie, welche am Markt ist, welche noch, am Markt bleiben kann. Dafür müssen die Laufzeiten verlängert werden und das wichtigste ein Endlager gefunden werden. Ein einziges Lager kann nicht gefunden werden, da entweder Anwohner dagegen sind, oder Bergwerke nicht sicher sind. Wir müssen uns aber als Gesellschaft fragen, in wie weit wir für unseren eigenen Konsum Folgen tragen wollen. Da also ein einziges Endlager keine akzeptierte Lösung erscheint, müssen wir vielleicht über eine dezentrale Lagerung entscheiden, wo eine Verteilung auf, aus wissenschaftlicher Sicht, in Frage kommende Standorte stattfindet. Die BVB tritt dabei für eine Diskussion ein, an der unabhängige Wissenschaftler, die Energiehersteller, die Bergwerkskundigen und eine Vertretung der anwohnenden Bevölkerung teilnehmen.
Die Atomkraft stellt nur eine Brückentechnologie dar, wenn ein Endlager gefunden wird. Die Laufzeitverlängerungen der Kraftwerke sind also an einen Erfolg der Endlagerdiskussion gebunden und dürfen nur bei Erfolg erteilt werden.
Vom derzeitigen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Dr. Norbert Röttgen werden als Überbrückungstechnologie und zur Abfederung von Leistungsminima anderer Kraftwerke die Gaskraftwerke hochgelobt. Diese zeichnen sich durch kurze Anfahrzeiten aus, aber leider auch durch einen niedrigen Wirkungsgrad. Da aber viel Hitze entsteht, können diese Kraftwerke u.a. zur Erzeugung von Fernwärme genutzt werden. Werden die Kraftwerke intelligent eingesetzt und komplett mit in andere Kreisläufe einbezogen, sind sie zwar keine Alternative zur Atomkraft, aber dennoch eine Technologie die dezentral eingesetzt zur Überbrückung betragen sollte. Die Laufzeiten sind nicht lange und die Anschaffungskosten sind nicht groß, dadurch flexibel und eine gute Bereicherung in der Energieerzeugung. Dennoch nur eine Technologie mit zeitlichen begrenztem Rahmen, da Erdgas zum Einsatz kommt.
Fazit
Für unsere Energieformen der Zukunft sind nicht viele Alternativen vorhanden. Es ist wichtig, dass immense Investitionen in die erneuerbaren Energien getan werden, dass das Stromnetz aufgerüstet wird und ein Umdenken auf dezentrale Energiespeicherung und –erzeugung erfolgt. Diese Investitionen sollten dabei nicht auf den Steuerzahler, dem Verbraucher abgewälzt werden. Die Energiekonzerne fahren große Gewinne ein und erhöhen dennoch den Strompreis. Dies ist dem Verbraucher nicht zu vermitteln und zeigt, dass Subventionen nicht nötig sind. Im Gegenteil, der Staat muss die Industrie mit ordnungspolitischen Mitteln dazu bringen die erneuerbaren Energietechnologien auch mit zu entwickeln.
Das bauen neuer Kohlekraftwerke ist keine Alternative. Sie dient auch nicht als Brückentechnologie. Alte Kohlekraftwerke sollten auch nicht verlängert werden, da ihr niedriger Wirkungsgrad und ihre immense Verschmutzung keinem Nutzen gegenüber steht.
In der Atomkraft muss die Frage der Endlagerung diskutiert werden und darf nicht länger ein Tabuthema bleiben. Sie könnte als Brückentechnologie dienen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass sie keine Gewinne einfahren soll, sie soll die Entwicklung der erneuerbaren Energien vorantreiben, wirtschaftlicher machen und die staatlichen Subventionen effizienter gestalten.
Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite www.bvb-brandenburg.de.
Bertram Jaeger
Landespolitischer Sprecher für Energie der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen



